Die Psychiatriepatientin Anna L. ist 42 Jahre alt, als sie 1936 diese Zeilen in der Heil- und Pflegeanstalt Arnsdorf an ihre Kinder schreibt. Seit 18 Jahren lebt sie mit der Diagnose Schizophrenie, sie gilt als hoffnungsloser Fall. Doch trotz Krankheit und Psychiatrieaufenthalt gelingt es ihr immer wieder, sich ihren beiden Kindern in Briefen einfühlsam und liebevoll zuzuwenden.
Am 5. Juli 1940 wird Anna L. in der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Aktion in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet. In der Familie wird Annas Geschichte jahrzehntelang verschwiegen.
Ihre Urenkelin, die Kölner Journalistin Daniela Martin, stößt durch einen Zufall darauf und begibt sich auf Spurensuche. Daniela Martin zeichnet ein facettenreiches Bild ihrer Urgroßmutter in der Psychiatrie, das exemplarisch für die Leiden vieler "Euthanasie"-Opfer ist.
Veranstalter: Landschaftsverband Rheinland (LVR), Germania Judaica e. V.