Eröffnung der Ausstellung „Eine vergessene Geschichte. Die italienischen Militärinternierten in den Nazi-Lagern“ am 6. November um 18 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora Am 8. September 1943 schloss Italien, im Zweiten Weltkrieg bis dato Verbündeter des nationalsozialistischen Deutschlands, einen Waffenstillstand mit den Alliierten. In der Folge wurden italienische Soldaten von deutschen Truppen entwaffnet und gefangen genommen. Rund 600.000 von ihnen weigerten sich, weiter an der Seite des Deutschen Reiches kämpfen. Sie wurden nach Deutschland verschleppt, als „italienische Militärinternierte“ (IMI) ihrer Rechte als Kriegsgefangene beraubt und zur Zwangsarbeit herangezogen. Etwa 50.000 von ihnen überlebten die Gefangenschaft nicht. Über Jahrzehnte blieb ihr Schicksal in der Erinnerungskultur weitgehend unbeachtet. Die zweisprachige Ausstellung der Associazione Nazionale Ex Internati (ANEI), des Verbands der ehemaligen italienischen Militärinternierten und ihrer Familienangehörigen, holt diese Geschichte ins Bewusstsein zurück. Sie stellt Zeichnungen, Gemälde und Erzählungen in den Mittelpunkt, die unter den Bedingungen der Gefangenschaft heimlich entstanden. Für viele Internierte war die Kunst ein letzter Raum der Freiheit, um ihre Würde zu bewahren. Sie malten und zeichneten mit dem, was sie fanden – etwa mit Schlamm, Gras oder Ziegelstaub. Die Werke dokumentieren das Leid der Lagerhaft und sind zugleich Zeugnisse der Selbstbehauptung und eines gewaltlosen Widerstands. Die Tafeln ordnen die historischen Ereignisse ein, Interviewausschnitte und Einzelgeschichten machen die persönlichen Schicksale erfahrbar. Die Ausstellung wurde von Irene Baldriga kuratiert und entstand unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Rom sowie in Zusammenarbeit mit der Universität La Sapienza in Rom und der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Die Eröffnung findet am 6. November um 18 Uhr im Foyer der ersten Etage des Museumsgebäudes der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora statt. Erwartet wird eine italienische Delegation aus Studierenden und Vertretenden der ANEI, darunter Kinder und Enkelkinder ehemaliger Militärinternierter. Die Ausstellung ist im Foyer der ersten Etage des Museumsgebäudes vom 1. bis zum 22. November 2026 während der Öffnungszeiten zu sehen. Das Museumsgebäude ist täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet (montags geschlossen). Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen zur Ausstellung und zur Eröffnung erhalten Sie bei der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora (presse@dora.de) sowie bei der ANEI (info@anei.it).
Das KZ Mittelbau-Dora steht exemplarisch für die Geschichte der KZ-Zwangsarbeit und der Untertageverlagerung von Rüstungsfertigung im Zweiten Weltkrieg. Heute ist die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen ein international bedeutender Bildungs- und Gedenkort. Sie wird jährlich von etwa 60.000 Menschen besucht und ist Teil der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora mit Sitz in Weimar.