Erbbiologische Selektion und Euthanasie

Vortrag/Vorlesung
24. November 2010
23:30 - 00:00 Uhr
Ort: Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"
Veranstalter: Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"

Vortrag von Frank Sparing, Düsseldorf, mit anschließender Diskussion


Der Vortrag geht am Beispiel psychiatrischer Kliniken in Düsseldorf der Frage nach, inwieweit die bereits vor der nationalsozialistischen Machtübernahme eingeleitete Verminderung der Pflegeaufwendungen für psychisch Kranke und der daran anknüpfende gesundheitspolitische Paradigmenwechsel der Nationalsozialisten die Voraussetzungen für die schließlich zum Krankenmord radikalisierenden Maßnahmen bildete. Mit Hilfe von „erbbiologischer Bestandsaufnahme“ und Zwangssterilisationen wurden Kranke und Pflegebedürftige bereits nach rassenhygienischen Gesichtspunkten in förderungswürdige und –unwürdige selektiert und durch den Krieg dann eine Situation herbeigeführt, die letzte Hemmnisse hinsichtlich der Tötung psychisch Kranker im Rahmen von „Kindereuthanasie“, der „Euthanasie-Aktion T-4“ und der sogenannten „Aktion Brandt“ beseitigte.