Eröffnung eines Gedenkortes im ehemaligen NS-Militärgefängnis Brückenkopf in Torgau

Gedenkveranstaltung
14. April 2026
14:00 Uhr
Ort: Gelände des ehemaligen Militärgefängnisses Brückenkopf in Torgau
Veranstalter: Erinnerungsort Torgau

Der Erinnerungsort Torgau eröffnet feierlich einen neuen Gedenkort für die Verfolgten der nationalsozialistischen Militärjustiz auf dem Gelände des ehemaligen Militärgefängnisses Brückenkopf in Torgau. Der Festakt mit Kranzniederlegung findet am Dienstag, dem 14. April 2026, um 14 Uhr statt. Um eine vorherige Anmeldung bis zum 7. April 2026 wird gebeten.
 

Zur Eröffnung wird Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus und Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, erwartet. Auch Maria Bering als Vertreterin des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) wird ein Grußwort sprechen, ebenfalls Henrik Simon, Oberbürgermeister der Stadt Torgau. Klaus Dieter Spangenberg schildert als Angehöriger das Schicksal seines Großonkels im Gefängnis Brückenkopf.
 

Die ehemalige Kaserne Brückenkopf wurde mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 von den Nationalsozialisten zu einem Militärgefängnis umgebaut. Während des Krieges waren hier tausende Gefangene inhaftiert. Unter ihnen waren deutsche Soldaten, die von Militärgerichten wegen Fahnenflucht oder Kriegsdienst- und Befehlsverweigerung verurteilt wurden. In Haft waren hier auch Widerstandsangehörige aus dem besetzten Europa und Italienische Militärinternierte.
 

Die Inhaftierten litten unter Drill und Misshandlungen, hungerten und mussten Zwangsarbeit leisten. Zum Tode verurteilte Gefangene wurden direkt auf dem Gelände oder an anderen Orten hingerichtet; ihre genaue Zahl ist heute noch immer unbekannt.