Frauen der Bekennenden Kirche - Protest gegen die NS-Rassenpolitik II

Lesung
27. Januar 2011
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: St. Annen-Kirche Ecke Königin-Luise-Straße/Pacelliallee 14195 Berlin
Veranstalter: St. Annen-Kirche Ecke Königin-Luise-Straße/Pacelliallee 14195 Berlin

Texte von Elisabeth Schmitz

Begrüßung und Lesung: Pfarrerin Marion Gardei

Kommentierung: Prof. Dr. Manfred Gailus

St. Annen-Kirche

Ecke Königin-Luise-Straße/Pacelliallee

14195 Berlin

Die Historikerin Dr. Elisabeth Schmitz (1893-1977) war in der NS-Zeit Studienrätin an einem Berliner Mädchengymnasium und Mitglied der Bekennenden Kirche. 1938 bat die 45-Jährige um Versetzung in den Ruhestand, weil sie die neuen nationalsozialistisch geprägten Lehrpläne ablehnte. Sie gewährte ab 1933 zahlreichen jüdischen Menschen Hilfe. Ihre 1935/36 anonym verfasste Denkschrift Zur Lage der deutschen Nichtarier schrieb sie mit dem Ziel, die Bekennende Kirche zu einer öffentlichen Stellungnahme gegen die Verfolgung der Juden zu veranlassen. Es ging Elisabeth Schmitz nicht allein um die Christen jüdischer Herkunft. Sie forderte in ihrer Denkschrift kirchliche Solidarität für alle Verfolgten. Während des Zweiten Weltkriegs kehrte sie in ihre Heimatstadt Hanau zurück.

Manfred Gailus, 1949 geboren, ist apl. Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Sozial- und Politikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie die Geschichte der protestantischen Kirchen seit dem Kaiserreich. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen, darunter Protestantismus und Nationalsozialismus. Studien zur nationalsozialistischen Durchdringung des protestantischen Sozialmilieus in Berlin (2001) und der Sammelband Kirchliche Amtshilfe. Die Kirche und die Judenverfolgung im „Dritten Reich“ (2008). Zuletzt erschien seine Biographie Mir aber zerriss es das Herz. Der stille Widerstand der Elisabeth Schmitz (2010).