Gedenktag am 27. Januar: Die Gedenkstätten Brandenburg an der Havel erinnert an das KZ Brandenburg 1933/34

Gedenkveranstaltung
27. Januar 2026
16:00 Uhr
Ort: Nicolaiplatz, 14770 Brandenburg an der Havel
Veranstalter: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Mit einer Gedenkveranstaltung, einer Ausstellungseröffnung und einer Lesung wird am Dienstag,27. Januar 2026, in Brandenburg an der Havel an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Im Mittelpunkt stehen dabei die Opfer des frühen Konzentrationslagers Brandenburg, das sich von August 1933 bis Ende Januar 1934 im ehemaligen Zuchthaus am Nicolaiplatz befand. Die Gedenkveranstaltung findet um 16.00 Uhr am historischen Standort der Gaskammer der ehemaligen „Euthanasie“-Tötungsanstalt statt, für die ebenfalls Gebäudes des alten Zuchthauses genutzt wurden. Neben Gedenkstättenleiterin Sylvia de Pasquale werden Oberbürgermeister Steffen Scheller und Patricia Litten zu den Anwesenden sprechen. Sie ist die Nichte von Hans Litten, der u.a. im KZ Brandenburg inhaftiert war und 1938 im KZ Dachau Selbstmord beging. Anschließend erfolgt eine Kranzniederlegung am Ort der „Euthanasie“-Morde. Im Gedenken an die Opfer des KZ Brandenburg werden Kerzen angezündet.

Im Anschluss um 17.00 Uhr wird in der Sankt Johanniskirche die Wanderausstellung „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus” eröffnet. An elf Themenstationen werden Entstehung, Funktion und die Gewalt gegen die Häftlinge in den frühen Konzentrationslagern vorgestellt, die unmittelbar nach der Machtergreifung überall im Deutschen Reich von den Nationalsozialisten eingerichtet wurden. Sie trugen maßgeblich zur Absicherung der nationalsozialistischen Herrschaft bei. Die Ausstellung wurde durch die Gedenkstätten um einen Sonderteil zum frühen KZ Brandenburg ergänzt.

Um 18.30 Uhr findet im Gotischen Haus eine Lesung mit der Schauspielerin Patricia Litten aus dem Buch „Eine Mutter kämpft gegen Hitler” ihrer Großmutter Irmgard Litten statt. Das 1940 im Exil verfasste Buch schildert den unermüdlichen Kampf Irmgard Littens um die Freilassung ihres Sohnes Hans, der nach dem Reichstagsbrand am 27./28. Februar 1933 verhaftet wurde und bis zu seinem Freitod in mehreren Konzentrationslagern schlimmsten Misshandlungen und Demütigungen ausgesetzt war. Litten hatte sich als Strafverteidiger und Rechtsanwalt in der Weimarer Republik gegen die Politik und die Gewalt der Nationalsozialisten eingesetzt und dabei auch Adolf Hitler vor Gericht in die Enge getrieben.

Anmeldung an anmeldung-brb@remove-this.stiftung-bg.de