Am 18. Oktober 1941, vor 85 Jahren, verließ der erste Berliner »Osttransport« mit mehr als 1.000 jüdischen Kindern, Frauen und Männern den Bahnhof Grunewald in Richtung Litzmannstadt (Łód · z). Ab 1942 fuhren Deportationszüge auch vom Anhalter Bahnhof und vom Güterbahnhof Moabit ab. Ziele der Transporte waren Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in Minsk, Kowno, Riga, Piaski, Warschau, Theresienstadt, Sobibor, Rasik und Auschwitz. Insgesamt wurden bis zu sechs Millionen jüdische Kinder, Frauen und Männer Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Juden Europas, darunter mehr als 50.000 aus Berlin.
Vom Güterbahnhof Grunewald aus fuhren von Herbst 1941 bis vermutlich Frühjahr 1942 Deportationszüge mit Berliner Jüdinnen und Juden in den Osten. Die »Beförderung« stellte die Bahn in Rechnung – pro gefahrenem Kilometer vier Pfennige für Erwachsene und zwei Pfennige für Kinder über vier Jahre.
Seit 1998 erinnert das Mahnmal »Gleis 17« an die Transporte der Deutschen Reichsbahn.
PROGRAMM
Begrüßung
Dr. Astrid Ley, Leiterin von Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen und Vorsitzende der Ständigen Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum 2026
Grußworte
S. E. Ron Prosor, Botschafter des Staates Israel
Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland
Gedenkrede
Prof. Dr. Stephan Harbarth, Präsident des Bundesverfassungsgerichts
El Maleh Rachamim
Dr. Moshe Abraham Offenberg, Israelitische Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin
Kaddisch
Rabbiner Jonas Sievers, Jüdische Gemeinde zu Berlin
Beiträge
von Schüler/-innen der Peter-Joseph-Lenné-Gesamtschule, Potsdam
Musikalische Umrahmung
Antonina Botygina, Violoncello
Am Ende der Veranstaltung werden weiße Rosen niedergelegt.
Bei Fragen oder Anliegen zur Gedenkveranstaltungen können Sie sich gern direkt an unsere Kollegin Sarah Breithoff wenden: staendigekonferenz@orte-der-erinnerung.de