Von September 1939 bis April 1945 bestand das Kriegsgefangenenlager Stalag X B Sandbostel. Während der fünfeinhalb Jahre des Bestehens waren hunderttausende Kriegsgefangene und Militärinternierte in diesem Lager untergebracht. Mitte April 1945 wurden außerdem 9-10.000 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme und den Außenlagern mit so genannten Evakuierungstransporten in das Lager Sandbostel gebracht.
Am 29. April 1945 befreite die britische Armee das Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager Sandbostel. Den Soldaten bot sich ein Bild des Grauens. Etwa 14.000 Kriegsgefangene und 7.000 KZ-Häftlinge wurden befreit. Im KZ-Auffanglager fanden sie zahlreiche unbestattete Leichname vor.
Während des Bestehens des Lagers starben zehntausende Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Noch nach der Befreiung kamen hunderte KZ-Häftlinge an Auszehrung, Typhus und anderen Infektionskrankheiten ums Leben. Die Toten wurde auf dem Lagerfriedhof in Sandbostel (der heutigen „Kriegsgräberstätte“) bestattet.
In diesem Jahr ist anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel der nationale Schwerpunkt der Gedenkveranstaltung das Schicksal der französischen Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge.
Die diesjährige Gedenkfeier wird von Schülerinnen und Schülern des Lycée Antoine de Saint-Exupéry de Hambourg und des Gymnasiums Othmarschen (Hamburg) sowie von französischen Offizieren gestaltet.
Zu der Feier haben mehrere Überlebende – ehemalige Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge und Militärinternierte aus Frankreich, den USA, Russland, Belgien, Polen und Italien – und zahlreiche Angehörige ihre Teilnahme angekündigt. Auch Zeitzeugen der Nachkriegszeit werden an der Feier teilnehmen.
Gedenkveranstaltung anlässlich des 65. Jahrestags der Befreiung des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stalag X B Sandbostel am 29. April 2010
Programm:
16.00 Uhr Kriegsgräberstätte Sandbostel (Lagerfriedhof), Bevener Straße, 27446 Sandbostel
- Andacht
17.00 Uhr ehemaliges Lagergelände / ehemalige Lagerküche A
, Greftstraße, 27446 Sandbostel
- Gedenkveranstaltung
19.00 Uhr Gedenkgottesdienst in der evangelischen Lagerkirche
, Greftstraße, 27446 Sandbostel
Die Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel ist ab 9.00 Uhr geöffnet. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit von begleiteten Rundgängen über das ehemalige Lagergelände.
Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel
Greftsstraße 5
27446 Sandbostel
Tel. 04764-810 520
Fax. 04764-810 521
Homepage zur Gedenkveranstaltung: www.eine–bruecke-ueber-die-oste.de
Homepage zur Gedenkstätte Sandbostel: www.stiftung-lager-sandbostel.de und www.gedenkstaette-sandbostel.de
Kontakt:
Karl-Heinz Buck (0151-15228647 und k.buck@stiftung-lager-sandbostel.de)
Angebote in der Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel:
Allgemeine Öffnungszeiten der Dokumentationsstätte:
Montag bis Freitag von 9.00 bis 15.00 Uhr.
Der Eintritt ist kostenfrei.
Das Stiftungsgelände (Teil des ehemaligen Lagergeländes) ist jederzeit zugänglich.
Bibliothek und Archiv zur Geschichte des Stalag X B:
Montag bis Freitag von 9.00 bis 15.00 Uhr.
Bibliothek und Archiv sind nach vorheriger Anmeldung benutzbar.
Rundgänge:
Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, Zuschüsse zu den Fahrtkosten von der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten zu erhalten. Diese Zuschüsse müssen vor der Fahrt beantragt werden (Zu den Förderungsmöglichkeiten siehe www.stiftung-ng.de).
Adresse:
Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel (DGLS)
Greftstraße 5
27446 Sandbostel
Telefon: +49 (0) 4764-810 520
Telefax: +49 (0) 4764-810 521
Kontakt: Andreas Ehresmann (0173-933 59 42 und a.ehresmann@stiftung-lager-sandbostel.de)
eMail.: info@dokumentationsstaette-sandbostel.de
Internet: www.dokumentationsstaette-sandbostel.de und www.stiftung-lager-sandbostel.de