Mehr als fünfundsechzig Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft ist eine Darstellung des Kunsthandels in Berlin in dieser Zeit noch immer ein Desiderat der Forschung. In der »Reichshauptstadt« Berlin, in den 1920er Jahren eine der Metropolen des internationalen Kunsthandels, wurden die Maßnahmen der nationalsozialistischen Kunst- und Kunsthandelspolitik ab 1933 unmittelbar wirksam. Die Ausstellung, die das Aktive Museum in den historischen Räumen
der Neuen Synagoge zeigt, beleuchtet beispielhaft anhand der Geschichte von vierzehn Berliner Kunsthandlungen und Auktionshäusern, wie die NS-Kulturpolitik auf eine bis dahin weitgehend unabhängige Branche Einfluss nahm. Neben einigen prominenten Häusern werden auch kleine, bisher weitgehend unbekannte Galerien und Händler dokumentiert.