Vortrag: Prof. Dr. Viktoria Hertling, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin
– Eintritt frei –
Der Begriff „Holocaust-Literatur“ kommt aus dem Amerikanischen und bezieht sich auf Texte von Betroffenen und Überlebenden der Schoah, die oftmals erst nach jahrzehntelangem Schweigen über ihre traumatisierenden Erfahrungen im Widerstand, im Exil, in Ghettos und Lagern Auskunft geben. Die besondere Qualität der Texte besteht in den unterschiedlichen Repräsentationsweisen, derer sich die Autoren und Autorinnen bedienen, um anhand autobiographischen Schreibens oder fiktionaler Darstellungen über den „Zivilisationsbruch Auschwitz“ zu reflektieren. In ihrem Vortrag nimmt Viktoria Hertling u.a. Werke von Tadeusz Borowski, Ruth Klüger, Felix Pollak, Jorge Semprun, Fred Wander und Elie Wiesel in den Blick.
Viktoria Hertling, in Köln geboren, ist Professorin am Lander Institute for Communication about the Holocaust and Tolerance, Touro College Berlin. In den 1970er Jahren studierte sie u.a. an der University of Wisconsin, Madison. Ab 1984 war sie an der University of Nevada, Reno, beschäftigt. Nach mehrjähriger Lehrtätigkeit als Professorin im Bereich Germanistik/Literaturwissenschaft war sie dort von 1994 bis 2008 Direktorin des von ihr gegründeten Center for Holocaust, Genocide & Peace Studies und Professorin für Holocaust- und Exilforschung. Zu ihren Veröffentlichungen gehören der gemeinsam mit Wulf Koepke und Jörg Thunecke herausgegebene Band Hitler im Visier. Literarische Satiren und Karika-turen als Waffe gegen den Nationalsozialismus (2005) sowie das gemeinsam mit Mietek Pemper publizierte Buch Der rettende Weg. Schindlers Liste. Die wahre Geschichte (2005), das in zahlreiche Sprachen übersetzt worden ist.
Andreas Nachama ist Geschäftsführender Direktor der Stiftung Topographie des Terrors und Gründungsdekan des Lander Institute for Communication about the Holocaust and Tolerance am Touro College Berlin.