Dr. Lorenz Peter Johannsen Jüdische Kinderärzte im Nationalsozialismus Lebens- und TodesspurenVortrag
Kaum eine andere Berufsgruppe wurde von den Nationalsozialisten so hofiert wie die Ärzteschaft. Zu Beginn des Nationalsozialismus waren über die Hälfte der in Klinik und Praxis tätigen Kinderärzte jüdischer Herkunft. So musste nach dem Berufsverbot für alle jüdischen Ärzte gerade in der Versorgung kranker Kinder eine große Versorgungslücke entstehen, die vom Staat aber auch von der nichtjüdischen Ärzteschaft billigend in Kauf genommen wurde. Die „Reinigung des Volkskörpers“ durch die Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung lag ebenso wie die „Euthanasie“ innerhalb des ideologischen Kalküls des NS-Staates.
In Kooperation mit dem Evangelischen Forum Münster, Gegen Vergessen – Für Demokratie und dem Geschichtsort Villa ten Hompel.