Bürgerdenkmal ohne Bürger? Zum erinnerungskulturellen Aushandlungsprozess um ein jüdisches Erinnerungszeichen in Lippstadt (1998-2003)

Vortrag/Vorlesung
10. September 2026
19:00 Uhr
Ort: Saal der Villa ten Hompel, Kaiser-Wilhelm-Ring 28, 48145 Münster
Veranstalter: Geschichtsort Villa ten Hompel

„Bürgerdenkmal ohne Bürger? Zum erinnerungskulturellen Aushandlungsprozess um ein jüdisches Erinnerungszeichen in Lippstadt (1998-2003)" 

Im öffentlichen Raum erinnern zahlreiche Mahnmale an Verfolgte des NS-Regimes. Sowohl das Holocaust-Mahnmal in Berlin als auch lokale Mahnmale in Kleinstädten sind dabei Ausdruck gesellschaftlicher und politischer Entscheidungen. Während die Erinnerungskultur zum Holocaust in der deutschen Geschichtswissenschaft bereits umfassend erforscht wurde, bestehen auf lokaler Ebene Forschungslücken. Umso ergiebiger ist ein Blick auf die Entwicklungen in der westfälischen Kleinstadt Lippstadt. 1998 stellte die Gruppe „Frauen für den Frieden“ einen Antrag für ein zentrales Holocaust-Mahnmal. Enthüllt wurde es 2003 im Beisein von Paul Spiegel, dem damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland. 

Judith Thamm untersucht in ihrer Bachelorarbeit Konflikte und Kompromisse des Entstehungsprozesses: Wer entschied über den Standort, die Form und die Gestaltung des Mahnmals? Judith Thamm studiert Deutsch und Geschichte auf Lehramt sowie einen fachwissenschaftlichen Master in Geschichte an der Universität Münster. Sie ist Teamerin in der Villa ten Hompel. In Lippstadt wirkte sie bei der Verlegung erster Stolpersteine mit. 

Neueste universitäre Abschlussarbeiten von Teamer*innen und Mitarbeitenden der Villa ten Hompel werden im Rahmen der Reihe „Junge Wissenschaft“ in Impulsvorträgen vorgestellt und mit den Absolvent*innen kollegial diskutiert. Neben Judith Thamm trägt auch Jule Richter (Münster) vor. Weitere Informationen zu ihrem Vortrag finden Sie in einer gesonderten Veranstaltungsankündigung. 

Moderation: Peter Römer (Münster) In Kooperation mit: Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.; Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Es gibt eine zusätzliche Live-Übertragung (Zoom). Der Zugangslink wird auf der Website der Villa ten Hompel veröffentlicht.