Anlässlich der Ausstellungseröffnung kommen drei Zeitzeugen, die die Ghettos Wilna (Vilnius) und Kauen (Kaunas) in Litauen überlebt haben, im Rahmen eines Podiumsgespräches zu Wort (Moderation: Jana Müller, AJZ Dessau):
Fania Brancovskaja gelang wenige Stunden vor der Liquidierung des Ghettos Wilna die Flucht. Sie schloss sich dann einer Partisanengruppe an und kämpfte gegen die Deutschen.
Fruma Kucinskiene wurde als Kind aus dem Ghetto Kauen geschmuggelt. Eine ihrer Retterinnen war die Deutsche Helene Holzmann, bei der sie auch nach dem Krieg blieb. In ihrem damaligen Versteck war sie zeitweilig zusammen mit einem kleinen Jungen namens Alexej Heistver. Er wurde wahrscheinlich im Ghetto Kauen geboren und kennt weder seine leiblichen Eltern noch sein Geburtsdatum. Nachdem ein deutscher Arzt Experimente an ihm durchgeführt hatte, schmuggelten litauische Frauen ihn aus dem Lager. In den 1990er Jahre fanden sich Fruma Kucienskiene und Alexej Heistver wieder.