Burgsaal der Wewelsburg
Vortrag mit anschließender Diskussion mit Moritz Pfeiffer M.A., Kreismuseum Wewelsburg
Obwohl die deutsche Bevölkerung im Allgemeinen gut über Geschichte und Verbrechen des Nationalsozialismus informiert ist, herrscht in den meisten Familien großes Unwissen über die Erlebnisse und Rolle der eigenen Eltern oder Großeltern während der Nazizeit. Dabei bietet die innerfamiliäre Beschäftigung mit der NS-Zeit viele Anknüpfungspunkte, um zu verstehen, wie „ganz normale Menschen“ für eine verbrecherische, totalitäre Ideologie begeistert werden konnten bzw. sich gegenüber deren Auswüchsen verhielten.
Exemplarisch hat Moritz Pfeiffer seine eigene Familiengeschichte aufgearbeitet. Ohne die eigenen Großeltern aus sicherer historischer Distanz pauschal verurteilen zu wollen, noch mit der Intention, sie von individueller Schuld freizusprechen, stellt der Vortrag Methoden und Chancen einer innerfamiliären Vergangenheitsbewältigung vor. Bereits in diesem Fallbeispiel wird eine grundlegende, unleugbare Tatsache deutlich: Nationalsozialismus und Holocaust sind Familiengeschichte.