Am Mittwoch, 4. März 2026, lädt die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in der Zeit von 17.00 bis 20.00 Uhr zu einem öffentlichen Workshop ein, bei dem der aktuelle Entwicklungsstand des digitalen Spiels „Meine Oma (88)“ von Interessierten getestet werden kann. Seit Anfang 2025 arbeitet die Gedenkstätte gemeinsam mit dem Leipziger Gamestudio ROTxBLAU an diesem Spiel, das Familienerinnerungen an die NS-Zeit thematisiert. Das Projekt zielt darauf ab, die zwischenmenschlichen Dynamiken zu beleuchten, die das Sprechen über den Nationalsozialismus in Familien behindern, aber auch ermöglichen können.
Im Mittelpunkt des dreistündigen Workshops steht ein interaktiver Praxistest: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer probieren das Spiel aus und geben Rückmeldungen, die unmittelbar in die weitere Entwicklung einfließen. Zugleich bietet der Abend Gelegenheit, mit Spieleentwicklerinnen und Historikern über die Konzeption, die historischen Hintergründe und die Herausforderungen digitaler Erinnerungskultur ins Gespräch zu kommen.
In „Meine Oma (88)“ übernehmen die Spielenden die Rolle einer jungen Frau, die ihre Großmutter zur eigenen Familiengeschichte befragt. Dabei begegnen sie den bruchstückhaften und teils widersprüchlichen Erinnerungen der Kriegskindergeneration. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit Familienangehörige in die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen verstrickt waren. Das Spiel thematisiert Verdrängung, Schweigen und die Schwierigkeit, historische Verantwortung innerhalb der eigenen Familie zu reflektieren.
Das Projekt wird durch die Alfred Landecker Foundation gefördert. Die Veröffentlichung des Spiels ist für Ende 2026 geplant.
Die Teilnahme ist kostenlos, die Plätze sind begrenzt. Eine Anmeldung ist erforderlich unter anmeldung-brb@stiftung-bg.de