EINLADUNG
zur Neuanbringung einer Gedenktafel
am Freitag, den 18. März 2011, um 11 Uhr
am ehemaligen DEPOT »ENTARTETE KUNST« in der Köpenicker Straße 24a
in Berlin-Kreuzberg.
Seit dem 19. März 1999 erinnert eine erste, inzwischen verwitterte Gedenktafel des Aktiven Museums in der Köpenicker Straße 24a daran, dass das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda den heute nicht mehr erhaltenen Block I der Victoria-Speicherbauten, die sich seit den 1920er Jahren im Besitz der Berliner Hafen- und Lagerbetriebe (BEHALA) befanden, zwischen 1937 und 1939 mietete.
Dort wurden die von den Nationalsozialisten im Rahmen der »Aktion Entartete Kunst« in Museen und Sammlungen im gesamten Reichsgebiet beschlagnahmten Kunstwerke durch die Berliner Spedition Knauer angeliefert, von Kunstexperten inventarisiert und nach ihrer »Verwertbarkeit« beurteilt: Werke, von denen angenommen wurde, sie seien devisenbringend ins Ausland zu verkaufen, kamen in das Schloss Schönhausen. Vier Kunsthändler, von denen drei in Berlin tätig waren, übernahmen im Auftrag des Ministeriums sodann den internationalen Verkauf.
Am 20. März 1939 wurde das Depot in der Köpenicker Straße 24a aufgelöst, die dort noch vorhandenen Kunstwerke wurden zerstört.
Bei der Neuanbringung der Tafel in Anwesenheit von Peter Stäblein, dem Geschäftsführer der BEHALA, werden sprechen:
Christine Fischer-Defoy, Vorsitzende des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.
Andreas Hüneke, Leiter der Forschungsstelle »Entartete Kunst« an der Freien Universität Berlin
Über zahlreiches Erscheinen zu diesem Ortstermin würden wir uns freuen.
Die Neuanbringung der Tafel steht thematisch im Zusammenhang mit der Ausstellung »Gute Geschäfte. Berliner Kunsthandel 1933-1945« des Aktiven Museums, die am Sonntag, den 10. April 2011 im Centrum Judaicum eröffnen wird.