Abfahrt: 8.30 Uhr, Haus der Volkshochschule, Bergstraße 8. Rückkehr: 20.00 Uhr, Haus der Volkshochschule
17. April 2010
Das Konzentrationslager Neuengamme in den Hamburger Vierlanden war ab 1940 das zentrale KZ im nordwestdeutschen Raum in das 106.000 Menschen aus ganz Europa verschleppt wurden. Schätzungen zufolge kamen von ihnen insgesamt 55.000 ums Leben. Am 3. Mai 1945 starben auch die Osnabrücker Sozialdemokraten Groos, Mentrup, Niedergesäß und Szalinski als Häftlinge des Konzentrationslagers Neuengamme. In den letzten Kriegsjahren entstanden in ganz Norddeutschland mehr als 80 Außenlager des KZ Neuengamme. Schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen sowie Mißhandlungen durch SS und Kapos führten zum Tod vieler Häftlinge. In der Osnabrücker Overbergschule befand sich ein solches Außenlager von Oktober 1942 bis Mai 1943. Mindestens 300 Männer der 2. SS-Baubrigade mussten in Osnabrück Aufräumarbeiten verrichten. Auf dem Gelände des ehemaligen Häftlingslagers verdeutlichen heute die aus Abrisssteinen errichteten Gabionen die Grundrisse der einstigen Holzbaracken. In einem der erhaltenen Gebäude aus der Zeit als KZ befindet sich die Hauptausstellung der Gedenkstätte zur Geschichte des Konzentrationslagers und seiner Nachgeschichte, die das Schicksal der Häftlinge, auch im Osnabrücker Lager, an vielen einzelnen Lebensläufen veranschaulicht. In den ehemaligen SS-Garagen wird in einer der bundesweit ersten Studienausstellungen das Wachpersonal des KZ Neuengamme kritisch dargestellt. Zwei weitere Ausstellungen sind der Zwangsarbeit der Häftlinge gewidmet. Die Teilnehmer lernen auf einer Führung die neuen Ausstellungen und das ehemalige Gelände des Konzentrationslagers kennen. Anschließend besteht genügend Zeit, die Gedenkstätte individuell zu erkunden.
Kursleitung: Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht e.V.
Preis: 37 Euro. Anmeldung über die Volkshochschule Osnabrück, Tel. 0541-323 2243: Kurs Nr. 30837.