geöffnet Mo, Di, Fr 10–19, Mi 13–19,
Do 9–20, Sa 10–16 Uhr
Unsere Ausstellung zeigt:
Alle Sparten der Polizei in Bremen arbeiteten mit an der Durchsetzung der Ziele des NS-Staates. Und nichts deutet darauf hin, dass sie das nur widerstrebend oder unter Zwang getan hätten. Wen immer die Nationalsozialisten als ihre Feinde bezeichneten, der war auch der Feind der Polizei: Politische Gegner wie Kommunisten oder Sozialdemokraten, Oppositionelle etwa aus den Reihen der Kirchen. Oder Menschen, die nicht in die nationalsozialistischen Vorstellungen von der deutschen ›Volksgemeinschaft‹ passten und die als ›asozial‹ aus der Gesellschaft ausgegrenzt wurden und in den Konzentrationslagern verschwanden.
Die Entrechtung, Drangsalierung und Deportation der Juden und der Sinti und Roma war wesentlich mit das Werk der Polizei. Im Krieg tat sie alles dafür, um die ›innere Front‹ zu sichern; wer nicht das Äußerste tat, um den deutschen ›Endsieg‹ zu sichern, fand in ihr einen erbitterten Gegner.
Besonders bekamen das Tausende von ›Fremdarbeitern‹ zu spüren, die aus den besetzten Gebieten nach Bremen gebracht worden waren. Zwei in Bremen aufgestellte Polizeibataillone wirkten in Polen, in der Sowjetunion und in den Niederlanden am Völkermord mit. Die Ausstellung behandelt auch die Rolle der Polizei bei der Aufrüstung der Wehrmacht. Sie erinnert an die Luftschutz- und Feuerschutzpolizei, der während des Bombenkrieges eine zentrale Rolle in Bremen zukam.
[KURSIV Die Ausstellung versteht sich als erster Teil eines Gesamtprojektes. Ihr sollen folgen ein Teil über die Geschichte der Polizei in Bremen von 1918 bis 1933. Ein weiterer Teil wird sich mit den Jahren nach 1945 befassen.]
Begleitprogramm zur Ausstellung Podiumsdiskussion Lesung und interessante AbschlussveranstaltungPodiumsdiskussion
Zur Rolle der Polizeibataillone bei der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Prof. Karl Schneider (Autor ›Die Bremer Polizeibataillone – Ein Beitrag zur Bremer Polizeigeschichte von 1918 bis nach 1945‹) und Dr. Stefan Klemp (Autor ›Nicht ermittelt – Polizeibataillone und die Nachkriegsjustiz‹)
Moderation: Wolfgang Kopitzsch (Autor ›Keine Bilder des Vergessens – Hamburger Polizeibataillone im Zweiten Weltkrieg‹)
9. Mai 2011, 18 Uhr, Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal
›… so ein bißchen Wahrheit‹
Lesung aus den Briefen des Kaufmanns und Bataillonsfotografen Hermann Gieschen
24. Mai 2011, 19 Uhr Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal
›Vergangenheitsbewältigung – Brückenschlag in die Moderne‹
mit
Senator Ulrich Mäurer,
Bürgermeister a.D. Hans Koschnick,
Polizeipräsident Holger Münch