Im September 1941 werden die ersten sowjetischen Kriegsgefangenen im KZ Buchenwald erschossen. Damit beginnt der größte Massenmord in der Geschichte des Lagers, dem bis 1943 Tausende zum Opfer fallen. Fast gleichzeitig bekommt die SS von der Wehrmacht Kriegsgefangene zum „Arbeitseinsatz“. 2.000 von ihnen treffen am 18. Oktober 1941 ein und werden innerhalb des Lagers isoliert. Jeder Dritte stirbt, doch die Überlebenden bilden eine der am besten organisierten Gruppen des Lageruntergrunds. Der Vortrag zeichnet ihre Geschichte nach und rekonstruiert das planmäßige Morden der SS. Außerdem werden neue Forschungsergebnisse vorgestellt: 1942 war Buchenwald Sammellager des Geheimunternehmens „Zeppelin“, des größten Projekts der deutschen Auslandsspionage, für das sowjetische Kriegsgefangene als Agenten angeworben, ausgebildet und hinter die Front geschickt wurden.
Dr. Harry Stein, Jg. 1956, ist Kustos für den Bereich Konzentrationslager Buchenwald an der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Er hat intensiv zum KZ Buchenwald und seinen Wechselbeziehungen zu Weimar und Thüringen gearbeitet und bei zahlreichen Ausstellungs- und Publikationsprojekten mitgewirkt. Das Spektrum seiner Veröffentlichungen umfasst neben übergreifenden Themen wie NS-Judenverfolgung und Widerstand zahlreiche Publikationen zur Geschichte des KZ Buchenwald.
Er erarbeitete die 1995 eröffnete ständige historische Ausstellung „Konzentrationslager Buchenwald 1937 bis 1945“ mit und kuratierte neben anderen Expositionen gemeinsam mit Sabine Stein die im Bauhausjahr 2009 in Weimar gezeigte Ausstellung „Franz Ehrlich. Ein Bauhäusler in Widerstand und Konzentrationslager“ sowie zuletzt „Buchenwald-Kinder. Eine Hörinstallation an drei Orten“ (Block 8, Kleines Lager, Block 66) anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung im April 2010 in der Gedenkstätte Buchenwald.
Eintritt frei