Vortrag von Christian Römmer
Im Umgang mit sowjetischen Kriegsgefangenen setzte sich die Wehrmacht über alle internationalen Abkommen hinweg. Sie ließ nicht nur hunderttausende Rotarmisten in den Gefangenenlagern verhungern oder an Seuchen zugrunde gehen, sondern gab seit August 1941 auch Zehntausende Soldaten an die Gestapo und den SD ab. Die Gefangenen wurden in den Konzentrationslagern der SS entweder sofort getötet oder als Arbeitskräfte eingesetzt. Im Mittelpunkt des Vortrages steht die Situation in Norddeutschland in den Jahren 1941/42 – in den Kriegsgefangenenlagern der Lüneburger Heide sowie im KZ Neuengamme. Auch dorthin wurden weit über 2000 sowjetische Kriegsgefangene transportiert. Mindestens 1500 von ihnen kamen im Lager ums Leben. Sie wurden von der SS erschossen, erhängt, mit Gas und Giftspritzen ermordet oder durch systematischen Entzug von Nahrung und medizinischer Versorgung getötet.
Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Christian Römmer hält seinen Vortrag in Raum 1014 der Forschungsstelle.