Berlin, in den 1940er-Jahren: Martha E. ist fleißig und äußerst sparsam. Gute Eigenschaften für die Stelle als Hausbesorgerin, die sie im Schöneberger Mietshaus der jüdischen Brüder Berkowitz innehat. Liane Berkowitz, (Adoptiv-)Tocher von Henry Berkowitz, ist ein neugieriges und lebenslustiges Mädchen, das mitten im Krieg die Liebe kennenlernt – und den Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Am 5. August 1943 wird sie im Alter von 19 Jahren in Plötzensee hingerichtet.
Jahrzehnte später wandert Martha die Straßen Schönebergs entlang, zerlumpt und abgerissen. Jeder kennt sie, doch keiner weiß, wer sie wirklich ist: eine Millionärin und Zeugin von Lianes schicksalhaftem Leben.
Shelly Kupferberg, geboren 1974 in Tel Aviv, ist in Westberlin aufgewachsen und hat Publizistik, Theater- und Musikwissenschaften studiert. Sie ist Journalistin und moderiert für ›Deutschlandfunk Kultur‹ und ›RBB radio3‹ Sendungen zu Kultur und Gesellschaft. Ihr erstes Buch ›Isidor‹ war ein Erfolg bei Publikum und Presse. Mit dem Roman "Stunden wie Tage" legt sie nun ihr zweites Buch vor. Shelly Kupferberg lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Anlässlich der Lesung zeigen wir noch einmal die Ausstellung "Lebensorte von Lanka und Remus" (2023) im Gemeindesaal der Ev. Gedenkkirche Plötzensee. (Informationen zu Liane "Lanka" Berkowitz und Friedrich "Remus" Rehmer finden Sie hier.) Die Ausstellung kann am 30. April ab 16 Uhr angeschaut werden.