Egon Wellesz blieb stets tief verwurzelt in der Wiener Tradition, der er entstammte. 1905 war er Schüler Arnold Schönbergs geworden, dem er 1921 die erste Monographie widmete. Nachdem er zunächst insbesondere das Lied sowie die Klavier- und Kammermusik gepflegt hatte, wandte er sich dem Bühnenschaffen zu, das seinen Höhepunkt in der Oper "Die Bacchantinnen" (1929/30) fand. Um die Oper kümmerte er sich auch als Musikologe. Nach dem "Anschluss" Österreichs ans Deutsche Reich im März 1938 kehrte Wellesz von einer Reise in die Niederlande nicht mehr in die Heimat zurück. Er emigrierte nach England, wo er bis zu seinem Tod lebte. Als Bühnenkomponist verstummte er. Aber er schuf neun Symphonien und Kammermusik. Auch seine Klaviermusik, an diesem Abend vorgestellt von der Wiener Pianistin Margarete Babinsky, belegt den fortwährenden Bezug auf seine Heimatstadt.