Trotzdem da!

Vortrag/Vorlesung
Diskussion/Gespräch
18. Februar 2026
19:00 Uhr
Ort: Saal der Villa ten Hompel und online über Zoom
Veranstalter: Geschichtsort Villa ten Hompel Münster

Während des Zweiten Weltkriegs mussten rund 13 Millionen Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter*innen im Deutschen Reich arbeiten. Das Verhältnis zwischen ihnen und Deutschen war vom nationalsozialistischen Rassismus geprägt. Beziehungen, die über das für die Arbeit erforderliche Maß hinausgingen, wurden streng reglementiert. Bei freundschaftlichen oder intimen Kontakten mit Deutschen drohten harte Strafen. Sie reichten von Gefängnis über die Einweisung in ein Konzentrationslager bis zur Todesstrafe. Dennoch wurden Kinder aus solchen Beziehungen geboren.
 

Das Projekt „trotzdem da!“ mit gleichnamiger Ausstellung wurde von der Gedenkstätte Lager Sandbostel umgesetzt. Es erzählt die Lebensgeschichten dieser Kinder, die während des Zweiten Weltkriegs oder in der frühen Nachkriegszeit aus Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen hervorgingen. Lange wurden diese Kinder und ihre Eltern auch in der Nachkriegszeit diskriminiert. Viele erfuhren erst spät von ihrem familiären Hintergrund.
 

Bei den Prozessen gegen NS Täter*innen standen nur in wenigen Fällen Verantwortliche für Verbrechen an Zwangsarbeiter*innen und Kriegsgefangenen vor Gericht. Letzteren wurde eine Rehabilitierung und Entschädigung ebenso jahrzehnte lang verweigert wie verurteilten deutschen Frauen, die wegen „verbotenen Umgangs“ verfolgt und bestraft worden waren. Die Biografien, die Teil des Projekts „trotzdem da!“ wurden, zeigen exemplarisch Gemeinsamkeiten, aber auch die Vielfältigkeit in den Lebensläufen auf.