während des Nationalsozialismus waren freundschaftliche und intime Kontakte zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter:innen verboten und wurden zum Teil hart bestraft. Doch sie sind »trotzdem da«: Kinder, die aus solchen Beziehungen hervorgegangen sind. Ihre Geschichten wurden lange tabuisiert; in der Forschung sind sie bislang wenig untersucht, in der Erinnerungskultur kaum präsent. Am Dienstag, 3. November 2026, um 16 Uhr eröffnet das Museum Zwangsarbeit in Weimar die Wanderausstellung »trotzdem da! – Kinder aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter:innen«. Wir laden Sie herzlich ein, die Eröffnung journalistisch zu begleiten und über die Lebensgeschichten zu berichten, die diese Ausstellung erstmals sichtbar macht. Ein besonderer Gast der Eröffnung ist Ton Maas, einer der Protagonisten der Ausstellung. Er reist aus den Niederlanden an, um ein Grußwort zu halten, und bringt die originalen Tagebücher seines Vaters mit, der während des Nationalsozialismus Zwangsarbeit leisten musste. Für Interviews steht Ton Maas im Rahmen der Eröffnung zur Verfügung. Und auch weitere der in der Ausstellung Porträtierten werden zur Eröffnung nach Weimar kommen. Das Ausstellungsteam hat mehr als 20 dieser „unerwünschten Kinder“ aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden ausfindig gemacht. Die Ausstellung erzählt ihre Lebensgeschichten und beleuchtet ihre Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung in der Nachkriegszeit ebenso wie die Verfolgungsgeschichten ihrer Eltern. Sie ist das Ergebnis eines überregionalen Forschungs- und Ausstellungsprojekts der Gedenkstätte Lager Sandbostel. Mehr unter: trotzdem.de
Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Die Ausstellung ist vom 4. November 2026 bis zum 17. Januar 2027 in Weimar zu sehen.