Jüdische Waisenkinder, die das Ghetto überlebt haben, spielen zusammen mit zwei jüdischen Schauspielern, die im sowjetischen Exil den nationalsozialistischen Verfolgungen entkommen waren, die Hauptrollen im letzten in Polen in jiddischer Sprache entstandenen Film. „Undzere Kinder“ („Unsere Kinder“ auf Deutsch) ist ein besonderer Film von Nathan Gross über das Überleben und die Darstellbarkeit der erlebten Verbrechen. In diesem bereits im Jahre 1948 gedrehten Film besuchen die berühmten jiddischen Komödianten Dzigan und Szumacher ein Waisenhaus in der Nähe von Lodz, um vor einer Gruppe jüdischer Waisenkinder, die den Holocaust überlebt haben, aufzutreten. Ihr Theaterprogramm, obschon gut gemeint, weckt schmerzhafte Erinnerungen und durch seine beschönigende Darstellung der Kriegsbedingungen den wütenden Protest der Kinder. Geprägt durch ihre realen Erfahrungen von Ausgrenzung und Verlust, beginnen die Kinder ihre Geschichten zu erzählen.
Einführung: Dr. Tobias Ebbrecht, Filmhistoriker, Berlin
Kommentar: Hartmut Böhm, Psychologe, Osnabrück.
Eintritt frei!