Verbotene Liebe

Vortrag/Vorlesung
27. Oktober 2010
19:30 - 00:00 Uhr
Ort: Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"
Veranstalter: Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"

Ausgrenzung und Verfolgung sogenannter „Rassenschänder“ im „Dritten Reich“ am Beispiel von Gelsenkirchen


Vortrag von Friedemann Rincke, Weimar, mit anschließender Diskussion


Das antisemitische Zerrbild des jüdischen „Schänders“ und ein Frauenbild, welches Frauen auf die Rolle der fügsamen Mutter ohne Recht auf ein selbstbestimmtes Sexualleben reduzierte, trugen wesentlich zur Etablierung einer besonderen Verfolgungspraxis von jüdischen Männern und nichtjüdischen Frauen bei. Solche Paare wurden, häufig nach einer Denunziation, mit einem Prangermarsch durch ihre Heimatstadt öffentlich gedemütigt und rituell aus der „Volksgemeinschaft“ ausgeschlossen. Der Vortrag greift die auch fotografisch dokumentierte Geschichte einer solchen Anprangerung in Gelsenkirchen vom August 1935 exemplarisch auf und beleuchtet Mechanismen der Gewalt und Ausgrenzung in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft.