Der kirchenloyale Münchner Katholizismus und Protestantismus
erlebte die Revolutions- und Rätezeit als schmerzlichen Schock, der
am Anfang einer lang andauernden Umbruchsphase stand. Erst das
späte Hineinwachsen in die auch von Protestanten und Katholiken
geformte bundesrepublikanische Demokratie, die den Katholizismus
und Protestantismus wiederum selbst veränderte, brachte den
christlichen Bürgerinnen und Bürgern einen gefestigten Standort in
der Demokratie, ganz anders noch als ihr labiles Verhältnis zwischen
1918 und 1933.
In welcher Weise Angehörige unterschiedlicher Richtungen innerhalb
der katholischen und evangelischen Kirche in München Revolution
und Rätezeit, Weimarer Demokratie, nationalsozialistische Diktatur
und Nachkriegsdemokratie als Beobachter oder Kritiker, Agierende
oder Angegriffene, Ideengeber oder Ideologen, Bewältiger oder
Beschuldigte erlebten, möchte der interdisziplinär und überkonfessionell
zusammen gesetzte Arbeitskreis Katholizismus-/Protestantismusforschung
des NS-Dokumentationszentrums München anhand
ausgewählter Themen vorstellen.
Zwischen Revolutionsschock und Schulddebatte –
Münchner Katholizismus und Protestantismus
im 20. Jahrhundert
Eine Tagung des NS-Dokumentationszentrums München in
Kooperation mit der Evangelischen Stadtakademie München
Montag, 12. Dezember 2011, 15.00 bis 21.30 Uhr
Evangelische Stadtakademie München
Herzog-Wilhelm-Str. 24, 80331 München