In der Arbeitsgemeinschaft „Orte der Herrschaft – Vergemeinschaftung – Inszenierung des Nationalsozialismus“ haben sich Einrichtungen zusammengeschlossen, die an historischen Orten der Herrschaftsausübung, der Vergemeinschaftung oder der Inszenierung des Nationalsozialismus und seiner Ideologie arbeiten. Sie sind primär keine Tatorte, an denen Menschen gequält und ermordet wurden.
Die Einrichtungen der Arbeitsgemeinschaft richten den Blick auf grundlegende Mechanismen der NS-Diktatur, die im öffentlichen Bewusstsein häufig wenig präsent sind: An ihren Orten wurde Herrschaft ausgeübt, die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ propagandistisch inszeniert oder die Elite des NS-Staates ausgebildet. Sie legen die Verflechtung der Mehrheitsgesellschaft mit nationalsozialistischer Verfolgungs- und Gewaltpolitik, mit Krieg und Völkermord offen, und sie erinnern an deren Opfer. Eine Reihe von Mitgliedern betreuen gleichzeitig Orte der Verfolgung.
Die Arbeitsgemeinschaft befasst sich mit der Frage, wie an Orten der Herrschaft, der Vergemeinschaftung und der Inszenierung des Nationalsozialismus dauerhaft deren Geschichte vermittelt werden kann, und welche Rolle dabei der besonderen Ortsgebundenheit und den historischen Überresten zukommt. Sie definiert ihre Arbeit neben und im engen Austausch mit Gedenkstätten, Memorialmuseen sowie zeithistorischen Ausstellungen. Zu den grundlegenden Herausforderungen unserer Einrichtungen zählt die Sicherung der institutionellen und strukturellen Voraussetzungen eines kontinuierlichen Bildungs- und Vermittlungsangebots in stark heterogenen Trägerschaften.
Mitgliedsinstitutionen der Arbeitsgemeinschaft sind:
Dokumentation Obersalzberg
Dokumentations- und Lernort Bückeberg
Dokumentationszentrum Prora
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Kreismuseum Wewelsburg
Lern- und GeDenkOrt Alt Rehse
Vogelsang IP
Ansprechpartner:
Dr. Sven Keller (Dokumentation Obersalzberg)
keller[at]ifz-muenchen.de
Jan Waitzmann (Dokumentations- und Lernort Bückeberg)
j.waitzmann[at]bückeberg-ggmbh.de