Hillel Deutschland e. V.
Junge Menschen in Berlin und Leipzig ergründen in zirka neun Bildungsevents, wie jüdische Menschen gestern und heute Resilienz und Widerstandskraft (gegen Antisemitismus) entwickelt haben.
Das Projekt „Antisemitismus und jüdische Resilienz“ setzt sich mit der Frage auseinander, wie jüdische Menschen in Geschichte und Gegenwart auf Judenhass, Ausgrenzung und Verletzung reagieren. Ausgangspunkt ist die Schoah als zentrales Verbrechen des Nationalsozialismus, zugleich aber auch die oft übersehene Geschichte jüdischer Selbstbehauptung, spiritueller Verarbeitung und Resilienz. Das Projekt will jungen jüdischen Menschen ermöglichen, aus jüdischer Kultur, Texten und Traditionen Kraft zu schöpfen und Wege jüdischer Resilienz für die Gegenwart zu erschließen.
In einer dialogischen und partizipativen Veranstaltungsreihe arbeiten die Teilnehmenden mit historischen Quellen, biografischen Zeugnissen und religiösen Texten. Exemplarische Seminarthemen : historische und theologische Antworten auf Antisemitismus, jüdische Praxis und Resilienz in Verfolgungszeiten, Verarbeitung von Trauma und generationsübergreifende Heilungswege sowie die Frage, wie biblische und rabbinische Erzählungen zur Stärkung jüdischer Identität heute beitragen können. Ergänzend werden auch aktuelle Debatten zu Antisemitismus, Israel und jüdischer Selbstbehauptung aufgegriffen.
Ein wichtiger Bezugspunkt sind Daten des jüdischen Kalenders, insbesondere Gedenk- und Trauertage wie Tischa beAw, die nicht nur an Verlust erinnern, sondern auch als Ausdruck jüdischer Resilienz verstanden werden können: Aus Trauer entsteht Kraft zur Erneuerung. Das Projekt verbindet deshalb Erinnerung, Lernen und Selbstvergewisserung mit kreativen Präsentationsformaten, in denen die Teilnehmenden ihre Ergebnisse weitergeben und sichtbar machen können.