Kooperationsprojekt des Volksbund Deutsche Kriegsgräber e.V. und des Bildungszentrums Sondershausen
Ein Projekttag am Geschichtsort Adlerwerke zu Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, dem KZ-Außenlager ‚Katzbach‘ und Kämpfen um Gedenken
Die goldenen Stolpersteine in der thüringischen Kleinstadt Sondershausen sind erst seit einigen Jahren im Boden. Doch in der Öffentlichkeit werden die Geschichten dahinter ähnlich wenig wahrgenommen wie auch an vielen anderen Erinnerungsorten des 20. Jahrhunderts. Da ist der verlassene Friedhof an der Straße, auf welchem sowjetische Zwangsarbeiter*innen beerdigt sind. Da ist das beschmierte Denkmal aus dem 1. Weltkrieg, auf dem noch den gefallenen jüdischen Soldaten aus Sondershausen gedacht wird. Es sind dieselben Familiennamen, die heute auch auf den Stolpersteinen stehen. All diese Orte einen die Geschichten von Verfolgung und Ausgrenzung und sie geraten alle mehr und mehr in Vergessenheit. Diesem Prozess etwas entgegenzusetzen ist Ziel des Projekts „Ausgegrenzt, verfolgt und vergessen? - Erinnern in Sondershausen“ des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Junge Freiwilligendienstleistende aus dem örtlichen Bildungszentrum sollen in mehreren Workshops mittels historischer Quellen aus dem Stadtarchiv die menschlichen Schicksale hinter den Erinnerungsorten erforschen oder erkunden unter welchen Umständen die Erinnerungsorte in der Vergangenheit entstanden oder genutzt worden sind.
Ihre Erkenntnisse sollen die Teilnehmenden dann digital der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ob Podcast, Actionbound oder Collage, der Kreativität der Teilnehmenden sind keine Grenzen gesetzt. So können die Sondershäuser Orte und Biografien wieder erlebbar für jüngere Generationen werden.
Ronja Heinrich, Projektkoordinatorin