Verein zum Erhalt der Domjüch – ehemalige Landesirrenanstalt e.V. in Kooperation mit RAA Demokratie und Bildung Mecklenburg-Vorpommern e.V.
85 Jahre nach der Deportation von Patient:innen aus der Domjüch gestalten Jugendliche gemeinsam mit Künstler:innen neue Formen des Erinnerns. Am historischen Ort entstehen inklusive Kunstprojekte, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden.
Die Domjüch in Neustrelitz war zunächst eine fortschrittliche Heil- und Pflegeanstalt, wurde während der NS-Zeit jedoch Teil der sogenannten „Euthanasie“-Verbrechen. Am 11. Juli 1941 wurden von hier Patient:innen in Tötungsanstalten deportiert und ermordet. 85 Jahre später wird dieser Ort zum Ausgangspunkt eines künstlerisch-inklusiven Erinnerungsprojekts.
In mehreren Schulen der Region wurden zunächst acht künstlerische Projektideen vorgestellt. Die Jugendlichen sichteten die Konzepte, diskutierten unterschiedliche künstlerische Zugänge und entschieden selbst, welche vier Projekte sie im Rahmen ihrer Projekttage umsetzen möchten. Anschließend kommen die ausgewählten Künstler:innen an die Domjüch, setzen sich mit dem Ort, seiner Geschichte und historischen Quellen auseinander und entwickeln für die Jugendlichen konkrete Workshopformate.
In den Projekttagen entstehen Raptexte, keramische Arbeiten, Installationen und weitere künstlerische Beiträge, die Fragen nach Menschenwürde, Ausgrenzung, Vielfalt und gesellschaftlicher Verantwortung aufgreifen. Höhepunkt ist das Fest des Gedenkens und der Vielfalt am 11. Juli 2026, bei dem die entstandenen Arbeiten öffentlich präsentiert werden. Besucher:innen sind eingeladen, die Ergebnisse zu erleben, selbst aktiv zu werden und Geschichte gemeinsam neu zu entdecken.